Lebensräume erfassen. Wild verstehen. Vorausschauend gestalten.
Titel der Studie
Waldbericht 2025- Entwicklung, Zustand und Nutzung DES SCHWEIZER Waldes
Quelle
Bundesamt für Umwelt (BAFU) & Eidg. Forschungsanstalt WSL; März 2025. Entwicklung, Zustand und Nutzung des Schweizer Waldes.
Kurzinfo
Der Waldbericht 2025 ist der umfassendste periodische Bericht über die Entwicklung, den Zustand und die Nutzung der Schweizer Wälder. Er basiert auf der Auswertung zahlreicher Langzeitdaten sowie dem Fachwissen von über 90 Expertinnen und Experten aus Forschung, Verwaltung und Praxis. Thematisch behandelt er unter anderem die Auswirkungen des Klimawandels auf Waldstruktur, Baumarten, Vitalität, Schutzfunktion, Biodiversität und Holzverwertung. Besonders betont wird, dass sich der Druck auf die Wälder durch Klimafaktoren wie Trockenheit, Hitze, Stürme und Schädlinge deutlich erhöht hat. Gleichzeitig zeigt der Bericht, wie wichtig eine koordinierte Anpassung der Waldbewirtschaftung – auch im Hinblick auf Wildtiermanagement und natürliche Verjüngung – geworden ist. Damit stellt der Bericht eine wichtige Entscheidungsgrundlage für die zukünftige Waldentwicklung unter den Bedingungen des Klimawandels dar.
Zitat aus der Studie:
„Der Druck auf den Wald nimmt zu – und mit ihm der Handlungsbedarf. Klimaextreme, Biodiversitätsverluste und zunehmender Nutzungsdruck verlangen eine vorausschauende, multifunktionale Waldbewirtschaftung, die auch die Rolle der Wildtiere aktiv mitdenkt.“ (BAFU, Waldbericht 2025).
Zentrale Erkenntnisse
Der Klimawandel wirkt sich direkt auf die Gesundheit und Zusammensetzung der Wälder in der Schweiz aus. Trockenheit, Hitzestress, Stürme und Schadorganismen gefährden vor allem empfindliche Baumarten. In vielen Regionen wird die natürliche Verjüngung durch hohe Wildbestände zusätzlich erschwert. Der Wald der Zukunft muss klimaresilient, ökologisch vielfältig und gesellschaftlich tragfähig gestaltet werden. Dafür sind gezielte Maßnahmen zur Baumartenwahl, zur Förderung der Biodiversität und zur Regulierung des Wilddrucks notwendig. Der Bericht zeigt deutlich, dass Waldentwicklung und Wildtiermanagement nicht getrennt, sondern systemisch zusammen gedacht werden müssen.
Implikationen für die Praxis
Ein zukunftsfähiger Wald braucht abgestimmte, adaptive Bewirtschaftungskonzepte. Die Kombination aus klimaresilienten Baumarten, strukturreicher Verjüngung und wildtiergerechtem Management ist zentral. Wildbestände dürfen nicht isoliert betrachtet werden, sondern müssen im Kontext von Standort, Schutzfunktion und natürlicher Regeneration eingeordnet werden. Der Bericht betont zudem die Bedeutung partizipativer Prozesse, klarer Zielbilder und der integrativen Zusammenarbeit zwischen Forstwirtschaft, Jagd und Gesellschaft. Nur so können Synergien genutzt und Konflikte entschärft werden.
Impulse
Wie gelingt ein Waldbau, der ökologische Resilienz, natürliche Verjüngung und Wildtierverhalten gemeinsam berücksichtigt?
Welche Verantwortung tragen Revierverantwortliche, wenn es um standortangepasste Baumartenwahl und fairen Umgang mit Wild geht?
Was heißt Nachhaltigkeit, wenn sowohl Klimawandel als auch Wilddichte den Handlungsspielraum einengen?




