Ueli Nef
Verantwortung für Wildtiere und Lebensräume

Foto: Ueli Nef
Ein Wildtierschützer und Jagdwirt mit breitem Wissen
Ueli Nef ist Jagdwirt, Wildtierfachmann und passionierter Jäger aus dem Engadin im Osten der Schweiz. Er verbindet praktische Erfahrung mit fundierter Ausbildung und wissenschaftlicher Arbeit und engagiert sich überregional für eine zeitgemäße, verantwortungsvolle Jagd.
Seine berufliche Laufbahn ist geprägt von über 20 Jahren Erfahrung im Natur- und Wildtiermanagement – vom Nationalpark bis zur eigenen Beratung. Dabei bringt er Praxis, Ausbildung, Planung und politische Prozesse erfolgreich zusammen.
Regionale Verwurzelung und offene Perspektiven
Ueli Nef lebt mit seiner Familie im Engadin, einer Region mit starkem Natur- und Landschaftsschutz. Auch wenn die Tradition der Jagd hier tief verankert ist, arbeitet er für Auftraggeber in der ganzen Schweiz und seine Perspektive geht über regionale Grenzen hinaus.
Im Austausch ist er eng mit Kolleg*innen aus seinem Lehrgang verbunden – ein Netzwerk, das sich über Deutschland, Österreich und Italien erstreckt und auf freundschaftlichen Kontakten basiert.
Beruflicher Werdegang und Schwerpunkte

Foto: Ueli Nef
Ueli Nef ist selbstständig mit einem eigenen Büro für Wildtiere, Naturschutz und jagdliche Fragestellungen tätig. Gleichzeitig arbeitet er als Projektleiter bei der Schweizerischen Vogelwarte und betreut dabei ornithologische Projekte vom Braunkehlchen bis zum Steinadlermonitoring im Engadin.
Sein Weg begann als Nationalparkwächter im Schweizerischen Nationalpark, wo er acht Jahre lang wertvolle Erfahrungen an der Schnittstelle zwischen Forschung und Praxis sammelte und den eidgenössischen Wildhüter-Fachausweis erwarb. Zehn Jahre leitete er zudem eine kantonale Jagd- und Fischereibehörde – eine Zeit, in der er zahlreiche Projekte initiierte und umsetzte.
Jagdliche Aktivitäten und Engagement
Jagd spielt bei Ueli Nef beruflich wie privat eine zentrale Rolle. Als Patentjäger ist er in Graubünden, anderen Schweizer Kantonen und Deutschland aktiv. Er ist Schweißhundeführer, Züchter und Leistungsrichter beim Schweizerischen Schweißhundclub, Präsident des einzigen Schwarzwild-Gewöhnungsgatters (SWGG) in Elgg sowie Präsident der Jägersektion Tschanüff.
Er war viele Jahre Mitglied der Schweizerischen Technischen Kommission für das Jagdhundewesen und engagiert sich in der Jungjägerausbildung. Mit seinem Büro organisiert er zudem die Ausbildung Wildhut Schweiz – eine Aufgabe, die ihm besonders am Herzen liegt.
Projekte und besondere Erfahrungen
In seiner Zeit als Amtsleiter (2013–2023) konnte er zahlreiche Projekte aufgleisen und betreuen: die Einführung der Steinwildjagd für Patentjäger, der Aufbau eines normierten Schweißhundewesens, die Organisation der Rehkitzrettung mit Drohnen, die Planung und den Bau einer großen Wildzelle sowie zwei Revisionen der Jagdverordnung.
Ein besonderes Herzensprojekt war die Entwicklung eines integralen Wald-Wild-Konzepts in einem angespannten Umfeld – ein Prozess, der über politische Kantonsgrenzen hinausreichte und sogar die Zustimmung des Bundes erforderte.
Dieses Projekt war auch Thema seiner Abschlussarbeit an der BOKU.
Verbindung von Jagd und Beruf

Foto: Ueli Nef
Die Jagdwirt*innen-Ausbildung an der BOKU hat für Ueli Nef einen besonderen Stellenwert. Sie hat seinen Horizont erweitert und ihm geholfen, Fragestellungen aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten. Die Möglichkeit, Menschen mit ähnlichen Herausforderungen kennenzulernen und gemeinsam Lösungen zu entwickeln, empfindet er als besonders wertvoll.
Heute sieht er den größten Mehrwert im stetigen Erfahrungsaustausch mit Jagdwirt*innen aus benachbarten Ländern, ein Netzwerk, das über Grenzen hinweg trägt.
Werte und Haltung
Ueli Nef setzt sich für eine Jagd ein, die sich an wildbiologischen und ökologischen Kriterien orientiert.
Für ihn ist Jagd nicht Selbstzweck, sondern eine Maßnahme innerhalb eines übergeordneten Wildtiermanagements, bei dem auch der Lebensraum im Zentrum steht.
Er lebt diese Werte in der Praxis, indem er in vielen Mandaten die Interessen wildlebender Tiere vertritt und auch in konfliktbeladenen Situationen vermittelt – etwa wenn politisch gewünschte touristische Erschließungen besonders sensible Lebensräume bedrohen. Solche Verfahren sind fachlich notwendig, persönlich aber herausfordernd.
Prägende Erlebnisse
Besonders geprägt hat ihn sein Großvater, den er als Kind auf die Jagd begleiten durfte. Die Übernachtungen in der Jagdhütte, der Geruch von frisch gekochter Leber, das Knistern des Feuers… Das sind Erlebnisse, die ihn tief berührt und seinen Weg entscheidend beeinflusst haben.
Blick in die Zukunft
Ueli Nef wünscht sich eine gut ausgebildete Jägerschaft, die ökologische Zusammenhänge versteht und Verantwortung übernimmt. Sorge bereitet ihm die Tendenz zu verkürzten Crashkursen, die seiner Ansicht nach nicht das nötige Wissen und Bewusstsein vermitteln.
Mit seiner Arbeit möchte er dazu beitragen, dass Jagd langfristig erhalten bleibt – nicht als reine Schädlingsbekämpfung, sondern als Teil eines integralen Wildtiermanagements, das Wildtiere und Lebensräume gleichermaßen schützt.
Kontakt und weitere Informationen
🌐 www.wildpunktnef.ch
📸 Instagram: @wildpunktnef
💼 LinkedIn: Ueli Nef



