Verbindung sehen. Verantwortung spüren. Beziehung gestalten.
Titel der Studie
Die Zusammenhänge zwischen Wertorientierungen gegenüber der Umwelt und die Bereitschaft zum Umweltschutz
Quelle
Kaltenborn & Bjerke, 2002, Journal of Environmental Psychology, 22(1), 11-21
Kurzinfo
Diese Studie untersucht, wie unterschiedliche Wertorientierungen gegenüber der Umwelt – ob egoistisch, altruistisch oder biosphärisch – mit Einstellungen zum Umweltschutz und dem tatsächlichen Verhalten zusammenhängen. Sie zeigt: Werte prägen, wie Menschen Natur wahrnehmen und ob sie bereit sind , Verantwortung zu übernehmen.
Zitat aus der Studie:
„Die ökozentrische Sichtweise nimmt an, dass die Natur einen intrinsischen Wert besitzt und unabhängig von wirtschaftlichen Auswirkungen bewahrt werden sollte.“ (Kaltenborn & Bjerke, 2002)
Zentrale Erkenntnisse
Es lassen sich drei klare Wertmuster unterscheiden:
Egoistisch – Nutzen für sich selbst
Altruistisch – Nutzen für andere Menschen
Biosphärisch – Wert der Natur an sich
Biosphärisch orientierte Menschen zeigen signifikant höhere Bereitschaft zu umweltfreundlichem Verhalten und fühlen sich stärker moralisch verpflichtet, Verantwortung zu übernehmen.
Menschen mit egoistischen Wertorientierungen hingegen haben tendenziell eine geringere Bereitschaft, Umweltschutzmaßnahmen zu unterstützen – unagbängig vom Fachwissen.
Implikationen für die Praxis
In Jagd, Naturschutz und Wildtierpädagogik reicht es nicht nur Fakten zu vermitteln, – es braucht Wertansprache und ethische Reflexion.
Wer Maßnahmen kommuniziert, muss wissen:
Menschen reagieren aus unterschiedlichen Werthaltungen heraus. Biosphärische Einstellungen begünstigen Verantwortungsübernahme.
In konfliktgeladenen Diskussionen ist es hilfreich, nicht nur zu argumentieren, sondern zu erkennen: Nicht jeder sieht die Natur aus derselben Perspektive.
Ethikarbeit in der Jagd oder Naturbildung kann bewusst biosphärische Perspektiven fördern, ohne andere Haltungen abzuwerten.
Impulse
Wie können wir nicht nur Wissen, sondern auch Werte ansprechen?
Welche Wertbilder bewegen uns selbst – und wie transparent gehen wir damit um?
Könnte das bewusste Thematisieren von Wertorientierungen die Gesprächskultur vertiefen?




