René Hartwig, M.A.
Jagd mit Haltung: zwischen Öffentlichkeitsarbeit und Revieralltag

René Hartwig (Akad. Jagdwirt XVI)
Verwurzelt im Norden – geprägt vom Niederwild
René Hartwig, geboren 1989, lebt in einem kleinen Dorf im Kreis Segeberg im Herzen Schleswig-Holsteins. Die Region prägt nicht nur seinen Alltag, sondern auch seine jagdliche Identität:
„Schleswig-Holstein ist aus jagdlicher Sicht ein sehr facettenreiches Land. In vielen Regionen dominiert das Niederwild – und genau dort fühle ich mich beheimatet.“
Kein Zufall, denn bereits seine Familie war tief in der Niederwildjagd verwurzelt.
Beruflich und privat für die Jagd engagiert
Hauptberuflich ist René in der Geschäftsführung des Landesjagdverbandes Schleswig-Holstein tätig und beschäftigt sich somit auch beruflich intensiv mit der Jagd im „Land zwischen den Meeren“. Sein akademischer Hintergrund liegt in der Politikwissenschaft und Geschichte – eine Kombination, die ihn in seiner Kommunikationsarbeit ebenso unterstützt wie in der politischen Interessenvertretung.
Die Leidenschaft für die Jagd wurde früh geweckt: Schon als Kind war das Fernglas ständiger Begleiter in Feld und Wald. Heute führt er Hunde, geht auf Niederwild und engagiert sich zudem im Vorstand seiner Kreisjägerschaft.
Besonders am Herzen liegt ihm dabei die „ehrenamtliche Arbeit an der Basis“ – sowie die Vermittlung jagdlicher Inhalte an die Öffentlichkeit.
Projekte mit Herzblut – und Blick für das Wesentliche
Ein Projekt, das ihn besonders begeistert hat, war der „Tag des Niederwildes“, den er im vergangenen Jahr gemeinsam mit Gleichgesinnten organisierte. Mit spannenden Referenten und Ausstellern wurde eine Veranstaltung auf die Beine gestellt, die großen Anklang fand und möglicherweise wiederholt wird. Neben der aktiven Jagd ist René die Bewahrung der norddeutschen Jagdkultur ein zentrales Anliegen:
„Viele Reviere und Landesteile haben eigene Traditionen, die von Generation zu Generation weitergegeben werden. Das ist ein sehr erhaltenswertes Gut und ein wichtiger Teil unserer ländlichen Kultur.“

René Hartwig mit Kurzhaarteckel Nero
Jagdwirt-Ausbildung als Perspektivwechsel
Der Universitätslehrgang JAGDWIRT/IN an der BOKU Wien bedeutete für René eine echte Horizonterweiterung: „Das Wissen, auch über Arten, die in Schleswig-Holstein nicht vorkommen und die unglaubliche Themenvielfalt haben mich sehr weitergebracht.“ Besonders die Exkursionen sowie der enge Kontakt zu den Dozent:innen bleiben ihm als Höhepunkte in Erinnerung. Darüber hinaus war auch der Austausch mit Mitstudierenden wertvoll – beruflich wie persönlich. Die Begegnungen mit vielen interessanten Menschen sowie die Auseinandersetzung mit neuen Sichtweisen und Fragen, empfand er als große Bereicherung.
Zwischen Waidgerechtigkeit und gesellschaftlichem Dialog
Werte sind für René keine leeren Worte – sie werden gelebt.
Waidgerechtigkeit steht für ihn im Zentrum seines jagdlichen Handelns.
Dieses reflektiert er sowohl im stillen Nachdenken als auch im offenen Gespräch mit Jäger*innen und Nichtjäger*innen – denn gerade hier entstehen oft spannende Impulse.
Sein Großvater war es, der ihn mit Geschichten, Büchern und Erlebnissen in den Bann der Jagd zog. Viele dieser frühen Erfahrungenprägen ihn bis heute: Sei es ein Rotmilan, der wenige Meter vor ihm eine Maus schlug, ein Schmalreh, was wenige Meter von ihm austrat oder eine Rotte Sauen, die ihn als Junge auf dem morgendlichen Weg ins Dorf zum Brötchen holen beinahe umgerannt hätte.
Zukunftsvision: Sichtbarkeit für die Jagd schaffen
Für die Zukunft wünscht sich René, dass die Leistungen der Jagd – insbesondere im Natur- und Artenschutz – mehr Wertschätzung erfahren. Vieles davon geschehe im Verborgenen und werde in der Gesellschaft nicht wahrgenommen oder gar abgewertet. Hier möchte René anknüpfen und einen aktiven Beitrag leisten: mehr Sichtbarkeit schaffen und die Akzeptanz und Wertschätzung für die Ökosystemleistungen der Jagd fördern . Durch Aufklärung, durch transparente Kommunikation und durch das Zeigen der Vielfalt jagdlichen Engagements.
René Hartwig steht für eine reflektierte, engagierte und zukunftsgerichtete Jagd, die tief in der Kulturlandschaft Norddeutschlands verwurzelt ist – und offen ist für Dialog, Wandel und Verantwortung.
Kontakt und weitere Informationen
🌐 www.ljv-sh.de
📸 Instagram: @ljv_sh


Foto: Luca Complojer
Foto: Martin Sturzeis