Natur als Schöpfung erleben – Gedanken zur Jagd .
Text: Prof. Dr. Markus Moling, Priester und Philosoph
Bei der Lektüre des sogenannten „Großen Hahnenbuch“ von Hans Fuschelberger verweile ich gerne bei jener Stelle, wo der Autor schreibt:
„Wenn einer auf dem Hahn gewesen, dann kann man in seinen Augen lesen, dass er im Walde zugeschaut, wie Gott hat Tag und Nacht vertauscht.“
In dieser kurzen Aussage kommt etwas von der Faszination und Tiefe zum Ausdruck, die auch mich erfasst, wenn ich im Frühling den großen Hahn beobachte.

Foto: Markus Moling
Der urige Gesang des Vogels, unterstützt vom Konzert der anderen Frühlingsboten, begleitet vom stärker werdenden Licht des anbrechenden Tages ist ein Naturschauspiel von besonderer Art.

Foto: Markus Moling
Es ist für mich nicht nur ein naturkundlich spannendes und sensibles Ereignis, sondern verweist mich auf einen tieferen Grund, den ich im Glauben Gott nennen kann. Dieser Gott hat uns die Schöpfung anvertraut.
Der Auerhahn, der Wald, aber auch wir Menschen sind Schöpfung.
Gott hat uns Menschen mit besonderen Gaben und Fähigkeiten ausgestattet. Nutzen wir sie im Sinne des Schöpfers, tragen wir dazu bei, dass die Vielfalt des Lebens wachsen und bestehen kann.

Foto: Markus Moling
Nachhaltige Jagd verstehe ich im Kontext dieser Schöpfungsverantwortung. Sie ist in meinen Augen geprägt von der Achtung vor den Mitgeschöpfen, sie ist kein Sport und auch kein bloßes Hobby, sondern getragen von einer inneren Wertehaltung, die ich als Weidgerechtigkeit verstehe.
Wer weidgerecht jagt, weiß um die Notwendigkeit der Beschränkung und ist gerade deshalb nachhaltig.
Er vermeidet es, das Wild bloß wundzuschießen und schätzt das erworbene Wildbret. Er pflegt das jagdliche Brauchtum. Eine solche Jagd ist in meinen Augen zukunftsträchtig und gesellschaftsfähig. Sie kann mithelfen, Natur als Schöpfung zu erleben und Respekt zu vermitteln.

Foto: Markus Moling
Nachhaltige Jagd versteht sich als Anwaltschaft für die Wildtiere und gibt glaubhaft Zeugnis für dieses Anliegen.
Allen, die sich dieser Form der Jagd innerlich verpflichtet fühlen, wünsche ich viel Freude, Erfolg und Dankbarkeit.
Markus Moling





