Vermeidung von Negativitätsverzerrung – auf dem Weg zu einer positiven Psychologie von Mensch-Wildtier-Beziehungen.

Lebensräume erfassen. Wild verstehen. Vorausschauend gestalten.

Titel der Studie

Vermeidung von Negativitätsverzerrung – auf dem Weg zu einer positiven Psychologie von Mensch-.Wildtier-Beziehungen 

Quelle

Buijs, A.E. & Jacobs, M.H.  (2020), Avoiding negativity bias: Towards a positive psychology of human-wildlife relationships. Ambo. Open Access 

Zur Studie

Kurzinfo

Das Paper plädiert für einen Paradigmenwechsel in der Wildtierforschung: weg vom Fokus auf Konflikte, hin zu den positiven Aspekten der Beziehung zwischen Mensch und Wildtieren. Unter Verwendung positiver Psychologie – mit den drei Grundpfeilern Freude, Engagement und Sinn- wird untersucht, welche Vorteile suche Interaktionen bringen und wie sie Motivation für Naturschutz schaffen können. Die Autoren präsentieren ein theoretisches Rahmenwerk und regen zu empirischer Forschung an.

Zitat aus der Studie:
„Wir definieren positive Mensch-Wildtier-Interaktionen als den Teil aller Interaktionen, die weder für Menschen noch für Wildtiere erhebliche Probleme darstellen und für mindestens eine der beiden Gruppen Vorteile bringen.“ (Bujis & Jacobs, 2020).

Zentrale Erkenntnisse

Positive Psychologie als strukturierendes Framework, fördert das Verständnis von Glück und Wohlbefinden durch Wildtierbegegnungen.

Wildtierbegegnungen reduzieren Stress und fördern positive Emotionen.

Aktivitäten, wie Vogelbeobachtubng oder Artenschutz -Ehrenamt führen zu Flow-Erfahrungen und Gemeinschaftsgefühl.

Begegnungen mit Wildtieren können spirituelle Bedeutung haben und ethische Verantwortung stärken.

Positive Erfahrungen führen zu pro-ökologischem Verhalten, das wiederum Wohlbefinden steigert.

Implikationen für die Praxis

Koexistenz statt Konflikt Management: Schutzprogramme sollten positive Begegnungen fördern (z.B. Besuchsangebote in Schutzgebieten).

Empowerment durch Teilhabe: Bürger:innen als aktive Partner in Naturschutzprojekten einbinden.

Gestaltung von Begegnungsräumen: Städte, Parks und Bildungsprogramme so konzipieren, dass sinnvolle Interaktionen mit Wildtieren möglich werden.

Förderung von Flow und Sinn: Naturräume schaffen, in denen Menschen durch Schutzaktivitäten emotional eingebunden werden.

Impulse

Wie können Programme so gestaltet werden, dass sie gezielt Freude, Flow und Sinn bei Wildtierbegegnungen fördern?

Welche Zielgruppen profitieren besonders von positivem Wildlife-Engagement (Z.B. Kinder, urbane Bevölkerung)?

Wie können Bildungseinrichtungen diese Rahmenstruktur (Positive Psychologie) aufnehmen und umsetzen?