Rückblick Alumni Jahrestreffen 2026.

  • Ort: Jeddingen/Visselhövede
  • Datum: 02. - 05. Juni 2026
  • Gastgeber: Michael Tandler - Akad. Jagdwirt Jahrgang IV

Vier Tage gelebte Jagdwirt-Gemeinschaft.

Text: Akad. Jagdwirt Klaus Schultz 

Ein Wiedersehen in der Lüneburger Heide

Tja, ähm, Visselhövede, wo war das noch? Dieser Ort mit dem zierlich verspielten Namen, bei dem man erst mal überlegen muss, in welcher Reihenfolge die Buchstaben angeordnet sein könnten. In Visselhövede trafen vom sich 2. Juli bis zum 5. Juli 2026 Mitglieder der Alumni-Jagdwirt-Gruppe der BOKU zum diesjährigen Fortbildungstreffen. Visselhövede liegt in der Lüneburger Heide, etwas westlich der A7. Eingeladen und organisiert vom Michael Tandler, gab es ein spannendes und abwechslungsreiches Programm.

Auftakt mit Hermann Löns und ein Wiedersehen unter Jagdwirten

Wir starteten am Donnerstagabend mit einem Vortrag, gehalten von dem jungen Förster Frederick Ernst, über den Heidedichter Hermann Löns, der sich um die Wende zum 20. Jahrhundert in die Heidelandschaft vor Ort verliebte – und wohl nicht nur in die Heidelandschaft. Kalle Tadsen wusste hierzu genaueres (Insider☺). Hermann Löns war Journalist, Verleger und später ein romantischer und romantisierender, durchaus zu Eskapaden neigender, Jagd- und Landschaftsschriftsteller, den es magnetisch immer wieder in diese Gegend zog. Unsere Lehrmeister Klaus Hackländer und Fredy Frey-Roos gaben uns die Ehre ihrer Anwesenheit. Besten Dank auch dafür.

Exkursion auf den NATO-Truppenübungsplatz Bergen

Am Freitag führte uns der leitende Forstdirektor Christoph Neuser des Bundesforstbetriebes Lüneburger Heide und zuständig für den NATO-Truppenübungsplatzes, über dieses spezielle Gelände und erläuterte uns Maßnahmen, die er für die Gestaltung der Landschaft für die Übenden durchzuführen hat. Schön zu sehen, was möglich ist, wenn es auf den Euro nicht so sehr ankommt. Die Weitergabe von Details ist jetzt hier nicht möglich. Auch die jagdliche Bewirtschaftung ist auf einen solchen Platz natürlich erforderlich und fordert logistisches Engagement. Nette Überraschungen waren die tagaktiven Schwarzwildrotten, die schwarzen Rehe, zahlreiches Rotwild und eine Dichte von Wolfslosung, wie sie hoffentlich nicht überall gesehen wird.

Dauerwald auf Gut Kettenburg

Am Sonnabend waren wir eingeladen auf dem Gut Kettenburg. Dort wird von den engagierten Eigentümern, der Familie von Nesselrode, seit Generationen ein Dauerwald gepflegt. Das Konzept hier ist “ Pflege des Baumes statt des Raumes“. Daraus entsteht ein dichter, mit allen Altersstufen versehener, Mischwald aus zahlreichen unterschiedlichen Baumarten. Dabei werden unter der Berücksichtigung der Klimaschichten des Waldes, des Bodenbewuchses und des Kleinklimas in diesem Bereich, durch Freistellung von Bäumen und Eröffnung des Kronendaches „Licht“ zum Boden gebracht, um die natürliche Verjüngung zu fördern. Auch dabei sind natürlich Jagdstrategien zu planen und umzusetzen. Wir haben verstanden, dass da nicht nur der persönliche Einsatz im Wald sondern wohl auch der bürokratische am Schreibtisch nicht zu unterschätzen ist. Respekt vor dieser Leistung.

Fachvorträge zu Rotwild und Wolfsmanagement

Die für den Sonntagvormittag geplanten Vorträge der Jagdwirte Walter Mahnert und Michael „Ohlly“ Ohlhoff wurden vorgezogen. Walter berichtete über den absehbaren Niedergang der isolierten Rotwildpopulationen in Schleswig-Holstein aufgrund der genetischen Verarmung wiederum aufgrund Zergliederung durch vorhandene und geplante Verkehrstrassen. Eine kleine Hoffnung kommt aus dem

Norden. Bisher stellt allerdings der Nord-Ostsse-Kanal für das vorrückende dänische Rotwild eine unüberwindliche Barriere dar. Es sind dabei die steilen Ein- und Ausstiege das Problem, nicht die Schwimmfähigkeiten.

Ohlly stellte den Anwesenden mehrere Vorträge zur Auswahl, alle konnten via QR-Code Ihren Favoriten wählen. So berichtete er von der Wolfsjagd in Schweden, die oft als Wunschbeispiel für uns plakatiert wird. Ganz so einfach scheint es nicht zu sein. Der Bürokratenaufwand, die Vorbereitungen und Kontrollen sind enorm. Das muß man wollen. Und dabei geht es in Schweden um gezählte 370 Wölfe bei einer geplanten Abschussquote von 27 Stück. Und wieviele gibt es nochmal in Deutschland…? Auch dort kommt es wohl – in Schweden – nach und nach zur genetischen Verarmung. Die Ostsee friert nicht mehr zu, von Norden kommt nichts durch, Norwegen ist nicht in der EU.

Auch diese Vorträge waren gelungen und kurzweilig. So wie die Stimmung der Anwesenden entspannt, interessiert, lustig und so vertraut war. Erinnerungen an unsere Kurseinheiten wurde wiederbelebt.

Austausch, Gemeinschaft und Wiedersehen

Der besondere Dank gebührt JaWi Michael Tandler für die Arbeit mit all den langen Vorbereitungen und seiner Sorge um einen reibungslosen Ablauf. Das, Michael, ist Dir gelungen – wir danken Dir für die schönen Tage.

Weidmannsheil! – und bis zum nächsten Mal

Euer Klaus Schultz

Gastgeber Michael Tandler

Dank an alle Unterstützer

Nun ist Zeit ganz herzlich Dankeschön zu sagen….

Der Druckerei Schröder für die Herstellung einer limitierten Auflage von Wandkalendern 2027, dies war nur möglich, da Freiherr von Ulmenstein uns dafür die Rechte zur Nutzung seiner Bilder gegeben hat. Besonderer Dank geht auch an Frau Meyer (Geschäftsführerin der Druckerei) für den Entwurf und die Herstellung der limitierten Auflage des Erinnerungsaufkleber „Jahrestreffen Lüneburger Heide 2026“.

Den Jagdhornbläsern des Hegeringes Visselhövede unter Leitung ihrer Obfrau Carmen Hayer und unterstützt von Heinrich Lange. Die uns mit bekannten, aber auch regionalen Stücken mit großer Brillanz geblasen begrüßten und damit das Jahrestreffen in Jeddingen, einem Ortsteil von Visselhövede, eröffneten.

Herrn Christoph Neuser, Leiter des Bundesforstbetriebes Lüneburger Heide, für seine Unterstützung, u.a. die Einholung der Zustimmung seitens der Platzkommandantur, die aufwendige Abstimmung mit der Schießleitung (um 13:00 Uhr – d.h. während der Rundfahrt – konnte er die Freigabe zur Befahrung der Zielregion erreichen) und die tolle Exkursion auf den NATO-Truppenübungsplatz Bergen.

Unserem Kalle Tadsen, für die Versorgung mit Getränken bei der Platzexkursion.

Die letzte Absage eines externen Teilnehmers am Kamingespräch habe ich mittags des gleichen Tages erhalten. Umso dankbarer bin für spontane Zusage unserer Cilly Ristscher einzuspringen. Leider konnte unsere Christine Fischer aus persönlichen Gründen nicht nach Jeddingen kommen, ihren Platz hat Walter Mahnert übernommen. Frank Dahlem, Schweißhundeführer, engagiert im Verein Hirschmann, dem JGHV sowie in der Aus- und Weiterbildung der Jäger aktiv konnte mit 2 Tagen Vorlauf

für die Teilnahme gewonnen werden. Einzig – aus der angekündigten Zusammensetzung der Runde – war André Westerkamp zu uns gekommen. Sich von einer Mittelohrentzündung auskurierend, stand der Präparator und höchst passionierter Fallenjäger uns mit seiner über 30-jährigen Expertise als Ansprechpartner und Experte „rund um die Jungjägeraus- bzw. -weiterbildung“ einer bekannten Jagdzeitung bzw. des marktführenden Verlages für Ausbildungsunterlagen zur Verfügung. Unter der Moderation von Prof. Dr. Klaus Hackländer wurde sich zum Thema „Lebenslanges Lernen im Themenkomplex Jagd, von der Jungjägerausbildung bis zum Jagdexperten. Was läuft falsch, was läuft gut – wo und wie können sich Akademische Jagdwirte*innen einbringen?“ fast zwei Stunden ausgetauscht. Das Thema ist so vielschichtig, Nationen und Länderspezifisch, so dass es nicht möglich war ein abschließendes Statement zu entwickeln. Damit empfiehlt sich dieser Themenkomplex zur weiteren Bearbeitung, als Workshop, als Abschlussarbeit oder ein anderes Format, mit dem Ziel eine Handreichung für die Jagdwirte und Ihr Engagement in der Fläche zu geben.

Herrn und Frau Nesselrode, für perfekte Exkursion Dauerwald, die offenen Einblicke auch hinter die Kulisse (Bürokratie und Naturschutz) und die Bewirtung, zu Mittag mit einem hervorragenden Gulasch vom Damwild und zu Abschluss mit Kaffee, Tee und Kuchen. Vom Feinsten.

Wie in der Aussendung zum Jahrestreffen vermerkt, wurde die Partizipation gelebt. Gleich am Donnerstagabend wurde das Meinungsbild zur Verschiebung der Vorträge von Sonntagvormittag auf Samstagabend eingeholt und abschließend per Handzeichen abgestimmt. Vielen Dank an die beiden Vortragenden Walter Mahnert und Michael „Ohlly“ Ohlhoff so flexibel dem Wunsch zu folgen. Besonderer Dank an Ohlly, da er über 8 verschiedene Vorträge vorbereitet hatte und den gewählten Favoriten des Auditoriums „Wolfsjagd in Schweden“ aus dem Stand vortrug.

Abschließend gilt mein besonderer Dank meiner Frau Ute, die mit dem Beginn der Vorbereitung 2023/2024 sicherlich alle damit einhergehenden Höhen und Tiefen, Freude und Rückschläge, unverständliches und trauriges miterleben, ja ertragen, musste und häufig – in der wenigen gemeinsamen Freizeit – auf mich verzichten musste, wenn ich wieder mal ins Arbeitszimmer abgetaucht bin.

Aber gelohnt hat es sich schon, dies beweist Ihr Teilnehmer mir mit Eurem Lob, Euren Dankesworten. Vielen Dank.

Zu allerletzt wünsche ich Marcel Hermann für die Vorbereitung des Jahrestreffens 2027 in Liechtenstein viel Erfolg.

Bis bald
Euer Michael
Auf ein Wiedersehen beim Stammtisch der Metropolregion Hamburg, bei der Jägertagung in Aigen …